Können Sie sich oft nicht überwinden, mit Ihrem Text zu beginnen? Schieben Sie Schreibaufgaben häufig zu lange vor sich her – und geraten dann unter grossen Zeitdruck? Hier erfahren Sie, wie Sie sich auch im Alltagsstress zum Schreiben motivieren.

Was Sie vom Schreiben abhält

Unser Arbeitsalltag ist oft hektisch und voller Ablenkungen: Das Telefon klingelt, eine Kollegin möchte etwas besprechen, neue E-Mails werden angezeigt, Twitter meldet 39 neue Tweets, eine Sitzung steht an. Schwierig, da konzentriert denken zu können! Doch genau das ist die wichtigste Voraussetzung für gute Texte.

Stockt das Schreiben, sinkt die Motivation

Wer sich nicht konzentrieren kann, weil die Ablenkungen zu zahlreich sind, kommt beim Schreiben ins Stocken. Oder schiebt das Schreiben vor sich her. Ihre Motivation erhöht sich dadurch natürlich nicht – im Gegenteil. Das Resultat: Ein nicht effizient und prägnant geschriebener Text. Auf einen solchen Text reagieren Leserinnen und Leser entweder gar nicht – oder negativ. Das demotiviert zusätzlich.

So erhöhen Sie Ihre Schreibmotivation

«Jetzt müsste ich aber mal dranbleiben!»«Morgen fange ich wirklich an!»
Viele meinen, sie müssten sich einfach mehr zusammenreissen, dann klappe es schon. Doch Selbstvorwürfe und vage Selbstversprechen erhöhen die Motivation nicht. Im Gegenteil: Sie ziehen Sie runter. Weil Sie je länger, desto stärker das Gefühl haben, nichts auf die Reihe zu kriegen.

Motivation entsteht durch Tun

  • Etablieren Sie Einstiegsrituale
    Ob eine Tasse Tee, das Schliessen des E-Mail-Programms oder der Wechsel an einen ruhigen und angenehmen Schreibort: Rituale helfen Ihnen, die Einstiegshürde niedrig zu halten. Mit der Zeit reagiert Ihr Gehirn auf das Ritual und stellt sich auf konzentriertes Denken und Schreiben ein. Dadurch verkürzen Sie die Zeit, bis Sie warm gelaufen und wirklich produktiv sind.
  • Lassen Sie Raum für Gedanken
    Reservieren Sie sich vor dem eigentlichen Schreiben fünf Minuten, um Ihren Denkmotor zum Laufen zu bringen. Notieren Sie schnell und ohne zu pausieren alles in Stichworten, was Ihnen zu Ihrem Thema in den Sinn kommt. Bleiben Sie dabei nicht an den einzelnen Stichworten kleben, sondern fangen Sie unverzüglich weitere Stichworte ein. Sortieren können Sie später. Jetzt geht es erst einmal darum, möglichst viele Ideen zu sammeln.
  • Schreiben Sie häppchenweise
    Erscheint Ihnen die zu bewältigende Schreibaufgabe häufig unüberwindbar gross? Dann teilen Sie Ihr Schreibprojekt in kürzere, überschaubare Schreibportionen auf. Dadurch sieht der Berg vor Ihnen nicht mehr so hoch aus. Und die Motivation steigt mit jeder Portion, die Sie abgearbeitet haben.
    Was auch hilft: Feste Schreibzeiten einplanen. Mir hilft zum Beispiel «Pomodoro Time» beim konzentrierten Schreiben. Mit dieser einfachen App arbeite ich disziplinierter: Sie teilt die Zeit in 25 Minuten-Schritte auf und klingelt, um mich an meine kurzen Pausen zu erinnern. Mit jeder geschafften Zeiteinheit erhöht sich meine Motivation zusätzlich.
  • Erleichtern Sie sich den Wiedereinstieg
    Kennen Sie das? Sie unterbrechen Ihre Schreibaufgabe, um sich einen Kaffee zu holen. Und bleiben beim Plausch mit netten Kolleginnen hängen. Oder Sie müssen am nächsten Tag einen nicht fertig gewordenen Text weiterschreiben – und tun sich unglaublich schwer damit.
    Nach einer Pause ist es oft mühsam, wieder ins Schreiben zu kommen. Leichter geht es, wenn Sie an etwas Bestehendes anknüpfen können. Bereiten Sie den Wiedereinstieg deshalb kurz vor, ehe Sie mit Schreiben aufhören: Wenn Sie gerade mitten in einem Abschnitt sind, vervollständigen Sie diesen mit Stichworten. Sind Sie am Ende eines Abschnitts, bevor Sie pausieren, schreiben Sie noch kurz den ersten Satz des folgenden Abschnitts. So haben Sie nach der Schreibpause das Gefühl, nicht wieder bei null anfangen, sondern nur noch ausformulieren zu müssen.

Fazit

Motiviertes Schreiben im Alltagsstress ist möglich. Was es dazu braucht: Ruhe und Konzentration. Überlegen Sie sich, wann, wo und wie Sie ungestört schreiben können. Bei grösseren Schreibaufgaben hilft es, sich zu überlisten: Es ist besser, in kleinen Häppchen zu schreiben, als auf den grossen Flow zu warten. So beginnen Sie schneller mit dem Schreiben – weil die Einstiegshürde nicht so hoch ist. Und jedes abgearbeitete Häppchen erhöht Ihre Motivation. Denn Motivation fällt nicht vom Himmel, während Sie darauf warten. Die Motivation fürs Schreiben kommt während des Schreibens.